Die Deklaration
In der Futtermittelverkehrsverordnung EG-VO 767/2009 wird die allgemeine Kennzeichnungspflicht von Hundefutter geregelt. Dazu gibt es einen freiwilligen „Code of Good Labelling Practice for Pet Food” der Heimtierfuttermittelindustrie, der hier zu finden ist: http://www.fediaf.org/self-regulation/labelling/ Die Betonung liegt auf freiwillig. Dem Artikel 15 EG-VO 767/2009 sind die allgemeinen zwingenden Kennzeichnungsanforderungen bei Futtermitteln zu entnehmen. Dabei handelt es sich um Angaben wie die Futtermittelart (Allein-, Einzel- oder Ergänzungsfuttermittel), Angaben zum Hersteller, Mindesthaltbarkeitsdatum oder Nettogewicht.
Die gesetzlichen Vorschriften zur Deklaration stellen den Herstellern viel Spielraum zur Verfügung. Aus diesem Grund kann man sagen: Vertrauen ist gut, beim Hersteller nachfragen ist besser.
Beispiel für offene Deklaration: 70% gekochtes Hühnchen (davon 80% Hühnchenfleisch, 20% Hühnerinnereien: Herz, Niere, Magen, Leber), 10% Reis, 10% Zuchini, 4% Mango, 3% Birne, 2% Kokosöl, 0,4% Hagebutte, 0,4% Algenkalk, 0,1% Seealgenmehl, 0,1% Bierhefe.
Die Inhaltsstoffe genau nachvollziehbar. Hier können die Komponenten sehr gut nachvollzogen werden.
Beispiel für halboffene Deklaration: 64 % Rind (z. B. Lunge, Pansen, Leber), 16 % Lamm, 18 % Gemüse und Obst, 2 % Öle, Kräuter und Algen
Beispiel für geschlossene Deklaration:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4 % Rind), Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette, Fleischbrühe.
Die Futtersorten, welche nur eine halboffene oder geschlossene Deklaration aufweisen, sollten vermieden werden, denn es ist unklar, ob darin z. B. Unmengen an billigen Fleischzutaten wie Lunge oder sogar Tiermehle verarbeitet wurden. Seit dem 16. Januar 2013 gilt die Verordnung (Nr. 68/2013), bei der der Begriff „Fleisch“ geregelt wurde, gemeint ist „nur Skelettmuskulatur“, d.h. es darf nur als „Fleisch“ bezeichnet werden, was wirklich Skelettmuskulatur ist. Das Problem an dieser Verordnung ist jedoch, dass sie keine Sanktionen für Verstösse vorsieht. Damit drohen dem Unternehmen also keine Strafen, wenn etwas als Fleisch bezeichnet, was aber kein Fleisch ist.
Die Begriffe kommen in der Zusammensetzung gerne vor: Geflügel, Geflügelfleisch, Geflügelmehl, Geflügelfleischmehl und Geflügelprotein.
Hierbei ist interessant, dass Geflügel nicht gleich Geflügel ist. Worin liegt nun der Unterschied zwischen diesen Begriffen?
Geflügel – Das komplette Geflügeltier! Also auch: Krallen, Schnäbel, Federn, Füße…
Geflügelfleisch – Gewogen im feuchten Zustand. Was passiert bei der Zubereitung/Erhitzung? Richtig, das Gewicht nimmt ab. Die Angabe bezieht sich aber auf den feucht gewogenen Zustand. Am Ende ist also weniger Geflügelfleisch drin als vermutet.
Geflügelmehl – Kein Fleisch, sondern Geflügel (siehe Geflügel) nach dem Trocknen!
Geflügelfleischmehl – Im Prinzip wie Geflügelfleisch, allerdings hier im getrockneten (Mehl) Zustand gewogen. Es ist also drin was draufsteht.
Die ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe:
Hierbei finden sich Stoffe, die abgesehen von den in der Deklaration genannten Zutaten im Futter eingesetzt werden und der Nährstoffversorgung dienen und in der Regel synthetische Supplemente darstellen. Insgesamt sollte darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Nährstoffe aus natürlichen Quellen stammen, da die im Regelfall den synthetischen überlegen sind.
Trockenfutter oder Nassfutter?
Wer sich gesund ernährt, erhält und verbessert sein Wohlbefinden, beugt zahlreichen Krankheiten vor und fühlt sich fit und vital. Dies gilt für den Zwei- wie auch Vierbeiner.
Bei den zwei Optionen, Trocken- und Nassfutter, trennen sich die Meinungen. Die eine Seite greift nur zum Trockenfutter , wohingegen die andere nur Nassfutter als geeignet empfindet. Doch was ist jetzt eigentlich richtig?
Trockenfutter ist eine Erfindung aus dem Zweiten Weltkrieg, da das Blech der Nassfutter Dosen für Munition benötigt wurde.
Die Unterschiede von Trocken- und Nassfutter werden insbesondere in der Herstellung begründet. Nassfutter unterliegt einem komplett anderen Herstellungsprozess als Trockenfutter. Die meisten Hunde essen gerne Trockenfutter. Dies liegt weniger am Geschmack des Fleisches , sondern vielmehr an den zugesetzten Aromen und Geschmacksstoffen, wie Oligofructose als Süssungsmittel (damit es schmackhafter ist 😉). Die hergestellten Pellets weisen selten ein ausgeprägtes Aroma auf, die aus gepresstem Fleisch und anderen Zutaten hergestellt werden. Durch die Verarbeitung und den hohen Temperaturen bei der Herstellung von Trockenfutter geht jedoch ein Grossteil der Aromastoffe verloren. Viele Hersteller geben während der Herstellung Gewürze und sogar Zucker in das Trockenfutter, um einen unwiderstehlichen Geschmack zu erreichen, dem auch Hunde nicht widerstehen können. Mehr hierzu findest Du unter https://www.hundefutter-tests.net.
Was heisst Extrusion bei Trockenfutter?
Die Herstellung von Hundefutter mittels Extrusion ist ein übliches Verfahren, denn 90% aller Hundefutter werden durch Extrusion hergestellt. Die Zutaten werden hierbei allesamt zuerst zu einem Teig verarbeitet und dann mit hohem Druck und hohen Temperaturen durch eine Düse gepresst, um Pellets zu bekommen. Die Extrusion ist das kostengünstigste Verfahren in der Hundefutterherstellung, da in kurzer Zeit grosse Mengen hergestellt werden können.
Bei der Extrusion müssen zwingend schlecht verdauliche Rohstoffe wie Kohlenhydratreste, Stärke und Tiermehle verarbeitet werden, denn nur diese führen zu einer härtbaren Masse, die unter dem hohen Druck und Temperatur ein Extrudat entstehen lässt. Die modernen Extrusionsverfahren erlauben einen Zusatz von maximal 30% frischen Rohstoffen. Das Ausgangsprodukt sind dann braune Brocken, die nach nichts schmecken und kaum Nährstoffe enthalten. Fette als Geschmacksstoffe und künstliche Vitamine werden nach der Produktion auf die Brocken aufgesprüht. Die häufige Folge einer Fütterung mit Extrusions Trockenfutter können Allergien, schlechte Verdauung, ein intensiver Geruch des Felles und häufig alle möglichen dadurch ausgelösten Krankheiten sein. (Bemerkung: Bei kaltgepresstem Trockenfutter werden getrocknete und vermahlene Rohstoffe eingesetzt (z. B. Fleischmehl), vermengt und danach in Form gepresst. Das Fleisch wird bei der Herstellung von Fleischmehl übrigens hohen Temperaturen ausgesetzt, da dies gesetzlich vorgeschrieben ist (das kaltgepresst bezieht sich also lediglich auf das spätere „in Form pressen“ der Pellets). Lediglich den pflanzlichen Bestandteil kann man mit niedrigen Temperaturen trocknen, (Dr. Berg in Cham).
Was hat es mit dem Begriff Alleinfuttermittel auf sich?
Der Begriff wird stets für Futter verwendet, dass alle erforderlichen Nährstoffe aufweisen soll. Wäre es nicht auch für Dich praktisch, wenn Du Dich täglich mit demselben „Futter“ ernähren könntest? Je nach Menge würde die Rezeptur Dir neben einer konstanten Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren auch die notwendige Energie liefern. Die Allein-Nahrung würde sich für Frau, Mann, Teenie, einen Opa oder Leistungssportler eignen. Die Futtermittelindustrie nutzt das Wort wunderbar für sich und vermarket das Märchen vom Alleinfuttermittel.
Die Hersteller in Europa beziehen sich auf die sogenannte FEDIAF-Tabelle (Verband der europäischen Tierfutterindustrie) für die Konzeption eines Alleinfuttermittels. Dieser sind die Bedarfswerte zu entnehmen, d h. wie hoch der Nährstoffbedarf sein soll. Den Herstellern spielt es hierbei keine Rolle, ob die Vitamine aus einem Apfel oder aus dem Reagenzglas stammen. Das Trockenfutter (doch auch Nassfutter) wird häufig mit Nährstoffen aufgepeppt, um den Bedarfswerten zu „genügen“. Das Verfahren, die fehlenden Nährstoffe auf die Pellets oder Kroketten zu sprühen ist populär. Die Vitamine werden aufgesprüht, um Nährstoffe zu ergänzen bzw. die Akzeptanz zu erhöhen. Hierbei ist nicht nur fraglich, dass dem Futter chemische Zusatzstoffe zugefügt werden, sondern die Bioverfügbarkeit zweifelhaft und das „künstliche“ Ernährungskonzept per se. Dazu ist es schier ignorant, wenn man stets dasselbe zum „Geniessen“ serviert oder möchtest Du immer Pommes mit Salat zu Dir nehmen? Des Weiteren ist es unnötig, täglich dieselben Mengen an Mineralien und Vitaminen aufzunehmen, doch für den grössten Teil von Hunden ist es die traurige Realität, standardisierte Kroketten oder Pellets vorgestellt zu bekommen.
Eine bedarfsgerechte Nährstoffzusammensetzung ist wichtig. Doch ist es wirklich egal, wie die Nährstoffe ins Futter gelangen, denn bei Stiftung Warentest spielt es keine Rolle bei der Bewertung eines Hundefutters.
Man weiss heutzutage, dass der Bedarf eines Hundes sehr komplex ist. Die Stiftung Warentest orientiert sich dabei der Bewean Nährwert-Richtlinien. Jeder Futterhersteller kann sein eigenes Konzept verfolgen. Dennoch gibt es einzelne Nährstoffe, die verloren gehen durch den Erhitzungsprozess, den die meisten Trocken- und Nassfutter durchlaufen, um haltbar gemacht zu werden.
Wir von purmeal raten, sich auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen. Proteine, Vitamine, Mineralstoffe usw. kommen in unterschiedlichen Rohstoffen wie Fleisch, Gemüse natürlich vor und können damit ins Futter gelangen, wenn diese nicht zu stark erhitzt werden.
Stiftung Warentest schaut lediglich auf die Nährwerte. Daher kommt es, dass Hersteller, die viele künstliche Zusatzstoffe einsetzen und (Rest-)Produkte ins Futter packen, sehr gut abschneiden. Denn: Es liegt auf der Hand, dass beispielsweise eine bestimmte Amikosäurenzusammensetzung exakter durch einzelne, künstlich gewonnene Hydrolysate erreicht wird, als durch Putenfleisch mit Kartoffeln und Ei. Exakter ist das, aber natürlicher und gesünder? (petspremium.tv/presseberichte/hundefutter-test).
Made in der EU?
Viele herkömmliche Kausnacks werden in Asien unter nicht kontrollierbaren Bedingungen produziert und unter der Sonne getrocknet. Die Aufzucht, die Haltung und das Schlachten der Tiere in solchen Ländern unterliegen keinen, mit der EU vergleichbaren Auflagen und Kontrollen. Oftmals ist gar nicht ersichtlich, dass die sog. Naturkausnacks aus Asien stammen, da diese in Deutschland oder der EU einem letzten Verarbeitungsschritt unterzogen werden, wie z.B. schneiden und verpacken und dann mit der jeweiligen deutschen oder europäischen Herstellernummer des Inverkehrbringers gekennzeichnet werden.